1999
Regie: Andreas Hinkel

Abby Brewster
Martha Brewster
Teddy Brewster "Roosevelt"
Mortimer Brewster
Jonathan Brewster
Dr. Nicolai Einstein
Pfarrer Dr. Harper
Lieutenant Roony
Ellen Harper
Polizist Brofy
Polizist Klein
Polizist O'Hara
Gibbs
Witherspoon
Monika Hinkel
Annegret Hutmacher
Andreas Kühn
Erwin Dänecke
Volker Barlen
Manfred Mühlenbein
Rolf Leuffen
Rolf Leuffen
Marliies Simon
Anni Steinbach
Gaby Leuffen
Brigitte Kühn
Rita Milinkowitsch
Andreas Hinkel
Das Stück

Die Uraufführung des Stückes fand am 18. August 1941 im Fulton Theatre in New York statt.
Verfilmung 1944 mit Cary Grant, Deutschlandstart des Films 1952, die Regie hatte Frank Capra.

Die Kriminalgroteske "Arsen und Spitzenhäubchen" gehört seit ihrer Uraufführung zu den Evergreens auf amerikanischen wie auf europäischen Bühnen. Der Erfolg beruht zu einem guten Teil auf der Umkehrung gewohnter Handlungsmuster: Das Absurde ist so selbstverständlich, dass die vermeintlich "Normalen" zu Fremdkörpern werden. Die Sympathie des Publikums gehört den Übeltätern. Dass dieses Rezept aufging, verdankte Kesselring einem glücklichen Zufall: Sein ursprüngliches eher behäbiges Melodram mit dem Titel "Leichen in unserem Keller" aus dem Jahr 1939 wurde von den erfahrenen Bühnenautoren Howard Lindsay und Russell Crouse zu einer spritzigen Komödie aufgepeppt. In der Uraufführung brillierte "Frankenstein"- Darsteller Boris Karloff in der Rolle des Jonathan. Dreieinhalb Jahre lief das Stück am Broadway, in London kam es auf mehr als 1300 Vorstellungen, und der vom Comedy-Spezialisten Frank Capra inszenierte Film (mit Cary Grant als Mortimer und Jack Carson als O´Hara) wurde zum Kassenschlager. Eine besonders prominente Besetzung der beiden Tanten gab es mit Grete Mosheim und Therese Giehse 1969 an den Münchner Kammerspielen in der Regie von Dieter Giesing.

Die Handlung

I. Akt
Mortimer Brewster macht eine äußerst grauenvolle Entdeckung im Hause seiner Tanten: In der Fenstertruhe liegt eine Leiche.
Mortimer`s Entsetzen wird noch größer, als er feststellen muss, dass Herr Hoskins nicht das einzige Opfer ist.
Die Leichen haben sie im Keller vergraben, in den Gruben, die Teddy ausgehoben hat. Der glaubt, die Gräber seien Schleusen für den Panama-Kanal. Anschließend gibt es auch immer eine schöne Beerdigung - wie es sich gehört.
Mortimer hält es für das Beste, seine Tanten zu schützen und die Morde geheimzuhalten.
Es erscheint ein älterer Herr, der ein Zimmer mieten möchte. Mortimer verbietet den Tanten, weiterhin Menschen umzubringen. „So etwas macht man einfach nicht".
Während er fort ist, dringt der verschollene Jonathan in das Haus ein. Er ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und sucht einen Unterschlupf für sich und seinen Komplizen Dr. Einstein, einen Gesichtschirurgen, der dem Alkohol sehr angetan ist.
Der abscheuliche Jonathan und der schleimige Dr. Einstein quartieren sich gegen den entschiedenen Protest der Tanten im Haus ein.

II. Akt
Einstein sieht, dass die Schleuse im Keller ideal für Mr. Spenalzo ist, der noch im Auto auf dem Rücksitz liegt. Mr. Spenalzo war etwas unhöflich zu Jonathan. Deshalb musste er sterben.
Alle tun so, als gingen sie zu Bett. Doch Teddy holt Mr. Hoskins aus der Truhe und bringt ihn in den Keller.
Jonathan und Einstein tragen Mr. Spenalzo durch das Fenster ins Wohnzimmer und stecken ihn in die Fenstertruhe. Ellen will nach den Tanten und ihrem Verlobten sehen. Jonathan, der sie für eine lästige Zeugin hält, will auch sie ermorden.
Mortimer kommt zurück und weist Jonathan und Einstein die Tür. Die beiden bestehen jedoch auf der "Einladung" der Tanten - für eine Nacht zumindest...
Doch dann entdeckt Mortimer Jonathans besonderes Interesse für die Truhe und deren Inhalt. Ihm geht ein Licht auf.
Mit einem Polizisten in der Küche und einer Leiche in der Truhe hält Einstein eine sofortige Abreise für angeraten. Jonathan denkt aber nicht daran, er will Mortimer umbringen und im Haus seiner Tanten wohnen bleiben.
Die Tanten und Jonathan haben je zwölf Morde zu verbuchen. Das kann Jonathan nicht auf sich sitzen lassen, er will seine Tanten überrunden und zählt dabei auf Mortimer, der sein dreizehntes Opfer werden soll.

III. Akt
Jonathan will Mortimer noch in dieser Nacht umbringen. Einstein muss ihm dabei helfen.
Plötzlich betritt der Polizist O´Hara das Haus. Er sieht den gefesselten und geknebelten Mortimer. Einstein erklärt ihm, sie probten gerade ein neues Theaterstück. O`Hara nimmt dies zum Anlass, von seinem eigenen Stück zu erzählen.
Die Polizisten Klein und Brofy erscheinen, weil sich die Nachbarn über Teddys erneuten Trompetenlärm bei der Polizei beschwert haben.
Lieutenant Roony kommt vorbei, um nach seinen Leuten zu sehen.
Dr. Witherspoon erscheint, um Teddy in ein Sanatorium zu bringen. Im Gegensatz zu Teddy wissen die Tanten, dass er in die Heilanstalt soll.
Witherspoon und Roony begreifen, dass die Tanten genauso verrückt sind wie Teddy und auch ins Sanatorium gehören. Glücklich darüber, dass alle von nun an gut versorgt sein werden, laden Abby und Martha Herrn Witherspoon ...

Der Autor


Joseph Kesselring

* 21.6.1902       † 5.11.1967

Kesselring ging es wie vielen anderen Dramatikern aus dem Bereich der leichten Unterhaltung, er blieb trotz des Welterfolges "Arsen und Spitzenhäubchen" fast vollkommen unbekannt. Der US-Bürger deutscher Abstammung lehrte 1922 - 1924 als Professor am Bethel College in Kansas und war danach zwei Jahre Direktor und musikalischer Leiter eines Amateurtheaters in Niagara Falls. Er arbeitete als Schauspieler und Regisseur, bis er seine weitere berufliche Zukunft in der Schriftstellerei suchte. Er schrieb Gedichte, Kurzgeschichten und Bühnenstücke. Bevor ihm mit "Arsen und Spitzenhäubchen" (1941) der Durchbruch gelang, hatte er erste Erfolge mit "Aggie Appleby, Maker of Men" (1933) und "There´s Wisdom in Women" (1935). Nach dem Zweiten Weltkrieg machte Kesselring noch einmal mit dem Stück "Accident Angel" (1955) auf sich aufmerksam.

© 2006 by R, Leuffen

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