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Die
Uraufführung des Stückes fand am 18. August 1941 im Fulton
Theatre in New York statt.
Verfilmung 1944 mit Cary Grant, Deutschlandstart des Films
1952, die Regie hatte Frank Capra.
Die
Kriminalgroteske "Arsen und Spitzenhäubchen" gehört
seit ihrer Uraufführung zu den Evergreens auf
amerikanischen wie auf europäischen Bühnen. Der Erfolg
beruht zu einem guten Teil auf der Umkehrung gewohnter
Handlungsmuster: Das Absurde ist so selbstverständlich,
dass die vermeintlich "Normalen" zu Fremdkörpern
werden. Die Sympathie des Publikums gehört den Übeltätern.
Dass dieses Rezept aufging, verdankte Kesselring einem glücklichen
Zufall: Sein ursprüngliches eher behäbiges Melodram mit
dem Titel "Leichen in unserem Keller" aus dem Jahr
1939 wurde von den erfahrenen Bühnenautoren Howard Lindsay
und Russell Crouse zu einer spritzigen Komödie aufgepeppt.
In der Uraufführung brillierte "Frankenstein"-
Darsteller Boris Karloff in der Rolle des Jonathan.
Dreieinhalb Jahre lief das Stück am Broadway, in London kam
es auf mehr als 1300 Vorstellungen, und der vom
Comedy-Spezialisten Frank Capra inszenierte Film (mit Cary
Grant als Mortimer und Jack Carson als O´Hara) wurde zum
Kassenschlager. Eine besonders prominente Besetzung der
beiden Tanten gab es mit Grete Mosheim und Therese Giehse
1969 an den Münchner Kammerspielen in der Regie von Dieter
Giesing. |
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I.
Akt
Mortimer Brewster macht eine äußerst grauenvolle
Entdeckung im Hause seiner Tanten: In der Fenstertruhe liegt
eine Leiche.
Mortimer`s Entsetzen wird noch größer, als er feststellen
muss, dass Herr Hoskins nicht das einzige Opfer ist.
Die Leichen haben sie im Keller vergraben, in den Gruben,
die Teddy ausgehoben hat. Der glaubt, die Gräber seien
Schleusen für den Panama-Kanal. Anschließend gibt es auch
immer eine schöne Beerdigung - wie es sich gehört.
Mortimer hält es für das Beste, seine Tanten zu schützen
und die Morde geheimzuhalten.
Es erscheint ein älterer Herr, der ein Zimmer mieten möchte.
Mortimer verbietet den Tanten, weiterhin Menschen
umzubringen. „So etwas macht man einfach nicht".
Während er fort ist, dringt der verschollene Jonathan in
das Haus ein. Er ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und
sucht einen Unterschlupf für sich und seinen Komplizen Dr.
Einstein, einen Gesichtschirurgen, der dem Alkohol sehr
angetan ist.
Der abscheuliche Jonathan und der schleimige Dr. Einstein
quartieren sich gegen den entschiedenen Protest der Tanten
im Haus ein.
II.
Akt
Einstein sieht, dass die Schleuse im Keller ideal für
Mr. Spenalzo ist, der noch im Auto auf dem Rücksitz liegt.
Mr. Spenalzo war etwas unhöflich zu Jonathan. Deshalb
musste er sterben.
Alle tun so, als gingen sie zu Bett. Doch Teddy holt Mr.
Hoskins aus der Truhe und bringt ihn in den Keller.
Jonathan und Einstein tragen Mr. Spenalzo durch das Fenster
ins Wohnzimmer und stecken ihn in die Fenstertruhe. Ellen
will nach den Tanten und ihrem Verlobten sehen. Jonathan,
der sie für eine lästige Zeugin hält, will auch sie
ermorden.
Mortimer kommt zurück und weist Jonathan und Einstein die Tür.
Die beiden bestehen jedoch auf der "Einladung" der
Tanten - für eine Nacht zumindest...
Doch dann entdeckt Mortimer Jonathans besonderes Interesse für
die Truhe und deren Inhalt. Ihm geht ein Licht auf.
Mit einem Polizisten in der Küche und einer Leiche in der
Truhe hält Einstein eine sofortige Abreise für angeraten.
Jonathan denkt aber nicht daran, er will Mortimer umbringen
und im Haus seiner Tanten wohnen bleiben.
Die Tanten und Jonathan haben je zwölf Morde zu verbuchen.
Das kann Jonathan nicht auf sich sitzen lassen, er will
seine Tanten überrunden und zählt dabei auf Mortimer, der
sein dreizehntes Opfer werden soll.
III.
Akt
Jonathan will Mortimer noch in dieser Nacht umbringen.
Einstein muss ihm dabei helfen.
Plötzlich betritt der Polizist O´Hara das Haus. Er sieht
den gefesselten und geknebelten Mortimer. Einstein erklärt
ihm, sie probten gerade ein neues Theaterstück. O`Hara
nimmt dies zum Anlass, von seinem eigenen Stück zu erzählen.
Die Polizisten Klein und Brofy erscheinen, weil sich die
Nachbarn über Teddys erneuten Trompetenlärm bei der
Polizei beschwert haben.
Lieutenant Roony kommt vorbei, um nach seinen Leuten zu
sehen.
Dr. Witherspoon erscheint, um Teddy in ein Sanatorium zu
bringen. Im Gegensatz zu Teddy wissen die Tanten, dass er in
die Heilanstalt soll.
Witherspoon und Roony begreifen, dass die Tanten genauso
verrückt sind wie Teddy und auch ins Sanatorium gehören.
Glücklich darüber, dass alle von nun an gut versorgt sein
werden, laden Abby und Martha Herrn Witherspoon ... |
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Joseph Kesselring
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21.6.1902 † 5.11.1967
Kesselring
ging es wie vielen anderen Dramatikern aus dem Bereich der
leichten Unterhaltung, er blieb trotz des Welterfolges
"Arsen und Spitzenhäubchen" fast vollkommen
unbekannt. Der US-Bürger deutscher Abstammung lehrte 1922 -
1924 als Professor am Bethel College in Kansas und war
danach zwei Jahre Direktor und musikalischer Leiter eines
Amateurtheaters in Niagara Falls. Er arbeitete als
Schauspieler und Regisseur, bis er seine weitere berufliche
Zukunft in der Schriftstellerei suchte. Er schrieb Gedichte,
Kurzgeschichten und Bühnenstücke. Bevor ihm mit
"Arsen und Spitzenhäubchen" (1941) der Durchbruch
gelang, hatte er erste Erfolge mit "Aggie Appleby,
Maker of Men" (1933) und "There´s Wisdom in Women"
(1935). Nach dem Zweiten Weltkrieg machte Kesselring noch
einmal mit dem Stück "Accident Angel" (1955) auf
sich aufmerksam. |