1995
Regie: Reiner Sparschuh
Marcelle Paillardin
Marguerite
Pervenche
Bastienne
Angélique Pinglet
Victoire
Violette
Chevret
Herzogin
Pinglet
Paillardin
Mathieu
Maxim
Kommissa
r
Gepäckträger
Ernest
Boulot
Annegret Hutmacher
Ilona Schmidt
Yvonne Kurtzke
Helmi Rotter
Barbara Sparschuh
Anni Steinbach
Conny Dänecke
Rita Milinkowitsch
Brigitte Kühn
Volker Barlen
Karl Hutmacher
Ferdinand Rotter
Erwin Dänecke
Andreas Hinkel
Andreas Hinkel
Reiner Sparschuh
Andreas Kühn
Das Stück

Eine Vaudeville-Komödie in drei Akten:

1. Akt
Das Ehepaar Pinglet ist sich nicht grün. Man ist zwar 20 Jahre verheiratet, aber...

Paillardin und seine Frau sind zwar erst 5 Jahre verheiratet, aber das scheint auch nicht das Gelbe vom Ei zu sein. Paillardin bietet seiner Frau den Seitensprung wie Sauerbier an. 
Nur mit wem?
Man schmiedet Pläne, den Seitensprung wahr werden zu lassen. Eine Absteige wird auch bald gefunden.
Als größeres Hindernis taucht noch Herr Mathieu mit seiner Sippe auf und durchkreuzt zunächst einmal alle Pläne. Nach einer etwas drastischen Abschiebung kann der Abend und die Nacht den gedachten Verlauf nehmen. 
Oder?????

2. Akt
Es ist schon merkwürdig, was in einer solchen Absteige alles passiert.

Erst sollen Löcher in Wände gebohrt werden, dann sollen Geister vertrieben werden, schließlich werden auch noch Hüte gestohlen.
Und der Seitensprung?
Viele Köche verderben den Brei, und die Polizei ist auch dabei.

3. Akt
War das eine Nacht! Mein Gott, war das eine Nacht!

Fast wäre Pinglets Alibi zum Teufel, aber Marcelle rettet ihn in letzter Minute.
Und dann kommt Frau Pinglet. Woher hat sie nur......... Ei, ei, ei,
Und woher hat Herr Paillardin nur  Ei, ei, ei, ei, ei,ei.
Warum konnte Mathieu mit seiner Sippe nicht "abhauen"?
Und der Kommissar möchte doch nur sein Landhaus umgebaut haben. Eine Strafe muss sein. Pinglet wird um eine erhebliche Summe erleichtert.
Das Früchtchen Maxim, der ach so weltfremde Philosophiestudent, wird um genau die Summe reicher.
Und eine ist arbeitslos geworden.

Der Autor


Georges Feydeau

Georges Feydeau wurde am 8. Dezember 1862 in Paris als Sohn des Romanciers Ernest-Aimé Feydeau geboren.
Während sich sein Vater Ernest-Aimé besonders mit Liebesromanen beschäftigte und dadurch öffentliche Diskussionen über Kunst und Moral auslöste, spezialisierte sich Sohn Georges Feydeau auf das Verfassen von Vaudeville-Komödien, den Vorläufern der heutigen Boulevardkomödien und sartirischen Lustspiele.
Während andere zeitgenössische französische Schriftsteller eher mit der dramaturgischen Tradition der klassischen Komödie Triumphe feierten, entwickelte Feydeau die Mittel des Boulevardtheaters zur absoluten Perfektion weiter.

Seine bekanntesten Stücke sind:

Tailleur pour dames (1887)
Les fiancés de Loches (1888)
Le systéme Ribadier (1892)
Un fil á la patte (1894)
Hotel zum Freien Wechselkurs
La dame de chez Maxim [Die Dame vom Maxim] (1899)
La puce á l´oreille [Der Floh im Ohr] (1907) 
und andere.

Seine Stücke leben von grotesker Situationskomik, durch die er zum Meister der "piéces bien faite" wird. Das heißt, die Stücke sind bis ins Detail durchgearbeitet. In ihnen wird mit äußerster Präzision und Schnelligkeit ein Netz von Intrigen gespannt, das von Feydeau stets zu einem guten Ende geführt wird.

Georges Feydeau starb am 5. Juni 1921 in Rueil, das heute Rueil-Malmaison heißt.

Die Vaudeville-Komödie

Ursprünglich war Vaudeville ein Spottlied in der Normandie. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich daraus ein heiteres Bühnenstück. Eingebettet in das Stück waren karikierende Gesangseinlagen.
Zunächst beschränkte sich das Vaudeville-Theater ausschließlich auf Frankreich. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts aber breitete sich diese Form der Komödie über ganz Europa aus.
Aus den Vaudevillestücken entwickelten sich die heutigen Boulevardkomödien.
Im Unterschied zu der heutigen Boulevardkomödie war die Vaudevillekomödie sehr "personalintensiv". Gleichzeitig waren die Gags nicht so leicht vorhersehbar.
Kennzeichen der Vaudevillekomödie an sich blieb aber der Gesang, der eingestreut auftauchte. In dem Stück "DAS HOTEL ZUM FREIEN WECHSELKURS" wurde das Publikum aber nicht übermäßig strapaziert.

© 2006 by R, Leuffen

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