2003

Regie: Karl Hutmacher
Ridolfo
Trappola
Pandolfo
Gonzo
Donna Marzia
Eugenio
Vittoria
Flaminio / Graf Leandro
Placida
Lisaura
Reiseführerin
Straßenkehrer / Eisverkäufer
Leiter Einsatzkommando
Taschendieb
Touristin
Touristin
Tourist
Tourist
Ferdinand Rotter
Marcel Rombach
Andreas Hinkel
Michael Effing
Helmi Rotter
Erwin Dänecke
Annegret Hutmacher
Andreas Kühn
Monika Hinkel
Heidi Hirschfeld
Anni Steinbach
Jörg Stegert
Dieter Steinbach
Harald Hirschfeld
Brigitte Kühn
Gaby Leuffen
Dieter Steinbach
Jörg Stegert
Das Stück
Carlo Goldoni hat dieses Lustspiel in der Tradition der commedia dell'arte um 1750 geschrieben. In der Einheit des Ortes entspinnt er eine fulminante Charakter? und Intrigenkomödie, die sich mühelos in die heutige Zeit übertragen lässt.

"Die Komödie ist erfunden worden, um Fehler zu verbessern und schlechte Sitten lächerlich zu machen." Carlo Goldoni

(Text entnommen aus dem Vorwort zu Carlo Goldoni, Das Kaffeehaus, übersetzt und bearbeitet von Karin Winkler, Deutscher Theaterverlag)

Die Handlung

Sommerliches Treiben auf einer Piazza mitten in Venedig! Hier prallen Alltag, Liebe, Betrug, Geschäft, Eifersucht – kurz: Verwicklungen aller Art aufeinander. Ordnender Patron dieses Platzes ist Ridolfo, der gutherzige Kaffeehausbesitzer, der sich mit allen verträgt, sogar mit seinem schlitzohrigen Nachbarn, dem Spielhausbesitzer Pandolfo und dessen Rausschmeißer Gonzo. Seine Nerven werden jedoch arg strapaziert durch die üble Nachrede in Person, Donna Marzia. Sie sorgt für allerlei Missverständnisse zwischen Liebespaaren oder solchen, die sich dafür halten. So kümmert sich der sympathische Allotri Eugenio vielleicht doch etwas zu wenig um seine junge Ehefrau Vittoria und der raffinierte Hochstapler Leandro scheint seine bessere Hälfte schon vergessen zu haben. Außerdem tauchen in diesem Zentrum südlichen Straßenlebens allerlei Figuren auf, die uns speziell zur Urlaubs- und Reisezeit begegnen – frei nach dem Motto: Venedig ist überall!

Der Autor


Carlo Goldoni

Carlo Goldoni wurde am 25. Februar 1707 in Venedig als Sohn eines Arztes geboren. Er studierte Philosophie und Jura an der Universität von Padua. Nach dem Tode seines Vaters ließ er sich 1731 als Advokat, Kanzleibeamter und Diplomat in seiner Heimatstadt Venedig nieder, um seine Familie finanziell unterstützen zu können. Seine Leidenschaft galt jedoch schon immer dem Theater und er begann, erste Bühnenstücke zu verfassen. Die folgenden Jahre waren von einem ständigen Hin und Her geprägt zwischen seiner Neigung zum Theater und der Notwendigkeit des Broterwerbs. Von 1745 bis 1748 arbeitete Goldoni in Pisa als Anwalt. Während dieser Zeit schrieb er seine erfolgreiche Komödie Der Diener zweier Herren (Il servitore di due patroni), die 1746 in Venedig uraufgeführt wurde.

Goldoni hatte seinen Stil gefunden - von den typischen Masken und den starre Typenvorgaben der Commedia dell'arte gelangweilt, inszenierte er Charakter- und Sittenlustspiele nach dem Vorbild des französischen Dramatikers Molière und passte sie der italienischen Lebensart an. Von 1748 bis 1753 war er Bühnenautor für das Teatro Sant'Angelo, anschließend bis 1756 für das Teatro San Luca in Venedig. 1762 verließ Goldoni trotz seines großen Erfolgs Venedig, um den Anfeindungen der an der traditionellen Stegreifkomödie festhaltenden Dramatiker zu entgehen und folgte einem Ruf an das italienische Theater in Paris. Als Theaterdirektor am französischen Hof verfasste er 1770 anlässlich der Heirat des späteren Königs Ludwig XVI. mit Marie Antoinette in französischer Sprache die Komödie "Der gutherzige Polterer" (Le bourru bienfaisant) und feierte damit seinen letzten großen Triumph.

Zu Beginn der Französischen Revolution wurden Goldoni die 1787 vom König zuerkannten Pensionszahlungen aufgrund der politischen Veränderungen gestrichen. So starb er am 6. Februar 1793 völlig verarmt in Paris.

Carlo Goldoni gilt als großer Erneuerer der italienischen Komödie; sein Gesamtwerk umfasst mehr als 150 Theaterstücke in Alltagssprache und venezianischer Mundart sowie eine vierbändige Autobiographie mit dem Titel "Geschichte meines Lebens" (Mémoires pour servir à l'histoire de sa vie et celle de son théâtre), die er 1787 in Versailles niedergeschrieben hat.

© 2006 by R, Leuffen

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