Kölnische Rundschau Ausgabe vom 28.11.2002

 Jedes Jahr ein anderer Regisseur
   Die "Eiler Kirchenbesen" spielten im Jubiläumsjahr "Der Meisterboxer"

EIL. Auch in ihrem Jubiläumsjahr inszenierten die „Eiler Kirchenbesen" wieder ein lustiges Bühnenstück im Pfarrsaal von St. Michael an der Frankfurter Straße. "Der Meisterboxer" nach Otto Schwartz und Carl Mathern zog an sechs Abenden eine große Zuschauerzahl an. Alle Vorstellungen waren vorzeitig ausverkauft und der über 80 Personen fassende Pfarrsaal bis auf den letzten Platz gefüllt. 

Auch im zehnten Jahr ihres Bestehens rechtfertigte eine gekonnte schauspielerische Leistung der Akteure die Vorschusslorbeeren des Publikums. Besonders Erwin Dänecke, Ferdinand Rotter und Manfred Mühlenbein glänzten im Dreiakter als Freundestrio, dass sich mit List der Kontrolle ihrer Ehefrauen entziehen will. Doch sowohl Argwohn und Schläue der Frauen als auch Unvorhersehbares erschweren das Handeln der Bühnenhelden.  

Insgesamt war die diesjährige Aufführung für alle Beteiligte ein voller Erfolg, was auch an einem guten Konzept liegt. Nicht nur die Darsteller der Laienspielgruppe, auch der Stab, der sich um die Ausstattung, das Bühnenbild und spezielle, organisatorische Arbeiten kümmert, wechselt mit jedem neuen Bühnenstück.  
Das gleiche gilt für den Regisseur. Andreas Hinkel, der aus dem Team in diesem Jahr für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, weiß, dass die wechselnde Regie die Gruppe zusätzlich positiv fordert. So hätten sich die Schauspieler mit immer neuen Ideen auseinander zu setzen und auch zu kämpfen, und jeder hätte sich in eine neue, ungewohnte Rolle einzufinden.  

In diesem Jahr hatte jeder Teilnehmer die Rolle gefunden, die er auch darstellen wollte. Diesen glücklichen Zufall konnten alle Theaterbegeisterten aus Eil und Umgebung an einer gelungenen Inszenierung feststellen. (goz)

Kölner Stadt-Anzeiger Ausgabe vom ??.??.2002

Drei Stunden Vergnügen
Ein Klassiker, aufgebürstet von den Eiler „Kirchenbesen“
Zum zehnjährigen Bestehen legten sich die „Eiler Kirchenbesen“ mit dem „Meisterboxer“ ins Zeug.

von Simone Döpper

Eil - Was sich im Pfarrsaal abspielte, war ganz nach dem Geschmack der Gäste: Ein Lustspiel mit flotten Dialogen und Pointen einer quitschfidelen Laienschauspieltruppe. Bereits die originelle Einstimmung - dem Publikum wurden Biokost in Form von Grünkernfrikadellen und Bitterwasser gereicht - sowie das Bühnenbild überzeugten die Besucher. Die ideenreiche Inszenierung stammt von Monika Hinkel und Conny Dänecke.

Der Marmeladenfabrikant Friedrich Breitenbach (Erwin Dänecke) hat eine „Grünfutter-Fanatikerin“ zur Ehefrau (Brigitte Kühn). Um neben Rübenpudding auch mal ein Stück Fleisch zwischen die Zähne zu kriegen, brennt er ein Feuerwerk an Lügen und Ausreden ab. So gibt er sich seiner Familie gegenüber als den hart trainierenden Meisterboxer gleichen Namens aus, um gemeinsam mit seinem Kompagnon Hecht (Ferdinand Rotter) seinen Genüssen ungehindert nachzugehen.

Der Meisterboxer kommt

Auch sein Freund Tobias Wipperling (Manfred Mühlenbeim), der auch unter dem Gesundheitstick seiner Frau Amalie (Anni Steinbach) leidet, ist gestraft, denn diese meldet ihn im örtlichen Schwimmclub an, was zwangsläufig zu Komplikationen führt. Als dann der richtige Meisterboxer (Karl Hutmacher) zu einem Boxkampf im Ort auftaucht, fliegt der Schwindel auf. Zumal er auch noch um die Hand der minderjährigen Fabrikantentochter Lotte (Svenja Hinkel) anhält.

Für Aufregung sorgt dazu auch die Liaison des Breitenbach-Sohnes Fritz (Andreas Kühn) mit der heißblütigen italienischen Tänzerin Coletta Corolani (Gaby Leuffen). Allen voran das Protagonisten-Duo Friedrich Breitenbach und Hugo Hecht, dessen Nebenrolle immer dann zur Hauptrolle wurde, wenn er den Retter in der Not mimte. Mit ihren Temperamentsausbrüchen verlieh Gaby Leuffen als Tänzerin Coletta Corolani dem Chaos im Hause die Würze und auch Anni Steinbach alias Amalie Wipperling spielte als unerbitterliche Hausherrin mit einer exquisiten Vorstellung zuweilen die Hauptdarsteller fröhlich an die Wand.

© 2006 by R, Leuffen

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