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Kölner
Wochenspiegel Ausgabe vom 17.10.2001 |
Sündenfall
und Doppelmoral
Theaterspaß im Pfarrsaal bei den "Eiler
Kirchenbesen": "Der wahre Jakob"
Eil - Die Premiere des Stücks "Der wahre
Jakob" von Franz Arnold und Erwin Bach geht am
2. November im Eiler Pfarrsaal St. Michael (Frankfurter Straße)
über die Bühne. Ein äußerst amüsanter Schwank, der
unterhaltsam die kleinbürgerliche Doppelmoral aus der Zeit
der Jahrhundertwende vorführt. Die Theatergruppe "Die
Eiler Kirchenbesen" hat dieses Stück seit dem Frühjahr
erarbeitet.
Der Vorsitzende des Keuschheitsbundes Peter Struwe
(Ferdinand Rotter) aus Pleißenbach a.d. Pleiße, wird
zusammen mit seinem Freund Böcklein (Karl Hutmacher) zum
"Kongress der Liga für Sitte und Moral" nach
Berlin delegiert. Aber anstatt zur Versammlung zu gehen,
nutzen die beiden die zur Verfügung stehende Zeit zum
Besuch in einem Varieté. Dort lernen sie die Tänzerin
Yvette (Monika Hinkel) kennen, die es dem vermeintlichen
Moralisten Struwe angetan hat. Natürlich hat Yvette noch
andere Verehrer. Diese versucht Struwe während seines
Besuchs im Hause von Yvette und deren Freundin Elise
Hildebrand (Brigitte Kühn) aus dem Feld zu schlagen. Da ist
zum einen der ständig zur Heirat drängende Amerikaner
James Ellison (Andreas Kühn) und andererseits der galant
umwerbende Graf von Birkstedt (Andreas Hinkel).
Aber auch zuhause in Pleißenbach a.d. Pleiße treten
Probleme auf: Lotte (Gaby Leuffen), die gemeinsame Tochter
von Peter und Mila Struwe taucht mitten im Semester auf,
weil sie wegen "schwerer moralischer Verfehlungen"
des Internats verwiesen wurde. Ihrem sittenstrengen Onkel,
dem Geheimrat Stülpnagel (Volker Barlen), schwindelt sie
vor, dass im Institut die Masern ausgebrochen sind, denn für
den wahren Grund, ihre Liebschaft mit Fred (Manfred Mühlenbein),
hätte dieser überhaupt kein Verständnis. Ihre einzige
Vertraute ist zunächst das Dienstmädchen Anna (Anni
Steinbach).
Dies ist nun schon das achte Stück der 1992 gegründeten
Theatergruppe "Die Eiler Kirchenbesen". Diese
Truppe ist mittlerweile in der Porzer
"Theaterszene" fest etabliert und überzeugt durch
ein starkes Ensemble, welches auf und hinter der Bühne
hervorragend harmoniert. In diesem Jahr war jedes
Ensemblemitglied aufgerufen, in Sachen Regie mitzuwirken,
wobei die vielfältigen Interpretationen und Ideen das Stück
rundherum optimiert haben. Mit Stolz blicken die Macher auf
ihre Bühne, die unter der bewährten Leitung von Andreas Kühn
unter großem Aufwand wieder einmal ein bis ins kleinste
Detail liebevoll gestaltetes Bild jener Zeit vermittelt.
Die weiteren Aufführungstermine sind am 3. und 10. November
um 20 Uhr, am 11. November um 17 Uhr sowie am 16. und 17
November um 20 Uhr. Der Eintritt kostet zwölf Mark. Der
Vorverkauf erfolgt über die St. Michael-Apotheke und das
Schreibwarengeschäft Gatz in Eil.
Eine wahre Fundgrube mit vielen weiteren interessanten
Informationen rund um die Theatergruppe "Die Eiler
Kirchenbesen" und deren bisherige Darbietungen stellt
die sehr gelungene und preisgekrönte Website im Internet
dar: www.eilerkirchenbesen.de. (cr) |
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